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Plötzlich fühlt sich manches anders an – Wechseljahre und der eigene Körper

Der eigene Körper ist etwas Vertrautes. Wir kennen ungefähr, wie er reagiert, wie viel Schlaf wir brauchen, welche Bewegung uns guttut und wann wir eine Pause brauchen. Natürlich verändert er sich im Laufe des Lebens immer wieder. Und trotzdem gibt es Phasen, in denen sich diese Veränderungen besonders deutlich bemerkbar machen.

Die Wechseljahre können so eine Phase sein. Vielleicht verändert sich der Schlaf. Wärme und Kälte werden anders wahrgenommen. Die Energie schwankt stärker. Bewegung fühlt sich plötzlich nicht mehr genauso an wie früher. Manches, was lange selbstverständlich war, scheint neu verhandelt werden zu wollen.

Und manchmal entsteht dabei ein ziemlich irritierender Gedanke: Was ist eigentlich gerade mit meinem Körper los?

Wenn Vertrautes plötzlich weniger selbstverständlich wird

Die Wechseljahre sind keine Krankheit und trotzdem können die körperlichen und emotionalen Veränderungen, die diese Lebensphase begleiten, sehr unterschiedlich und teilweise belastend erlebt werden.

Dabei gibt es nicht die Wechseljahre. Manche Frauen erleben kaum Veränderungen. Andere spüren sie sehr deutlich. Und auch die eigene Erfahrung kann sich von Monat zu Monat verändern.

Genau deshalb halte ich wenig davon, dem Körper in dieser Phase sofort ein neues Optimierungsprogramm überzustülpen. Mehr Sport. Besser schlafen. Gesünder essen. Entspannter sein. Bitte möglichst alles gleichzeitig.

Vielleicht darf die erste Frage eine andere sein: Wie geht es meinem Körper eigentlich gerade?

Der Körper verändert sich – und das eigene Körpergefühl manchmal mit

Körperliche Veränderungen sind das eine. Wie wir sie erleben, ist noch einmal etwas anderes.

Vielleicht fühlt sich ein Körper, den man jahrzehntelang kannte, plötzlich fremder an. Vielleicht verändert sich die eigene Kraft, die Beweglichkeit oder das Bedürfnis nach Ruhe. Vielleicht ist da Ärger. Vielleicht Unsicherheit. Vielleicht auch Neugier. Und manchmal alles gleichzeitig.

Es muss nicht jede Veränderung positiv umgedeutet werden. Wenn etwas unangenehm ist, darf es unangenehm sein. Gleichzeitig muss der Körper nicht automatisch zum Problem werden, nur weil er sich verändert. Körperwahrnehmung kann dabei helfen, etwas genauer zu unterscheiden:

Was fühlt sich tatsächlich anders an? Was brauche ich heute? Wo möchte ich aktiv werden – und wo wäre weniger vielleicht gerade mehr?

Bewegung darf sich mitverändern

Bewegung bleibt auch in den Wechseljahren wichtig. Aber vielleicht verändert sich die Art, wie wir trainieren möchten.

Pilates verbindet Kraft, Stabilität, Beweglichkeit, Koordination und bewusste Bewegung. Für mich liegt darin gerade in Phasen körperlicher Veränderung etwas Wertvolles. Nicht, weil Pilates den Körper wieder in einen früheren Zustand zurückbringen soll.

Sondern weil Training die Möglichkeit bietet, den Körper, den wir jetzt haben, bewusster kennenzulernen.

  • Wie fühlt sich Stabilität heute an?
  • Wo brauche ich mehr Kraft?
  • Welche Bewegungen tun gut?
  • Wo arbeitet mein Körper anders als früher?
  • Und muss ich wirklich jedes Training mit dem vergleichen, was vor fünf oder zehn Jahren möglich war?
  • Kraft bedeutet nicht, gegen den Körper zu arbeiten

Gerade wenn sich der Körper verändert, entsteht schnell der Wunsch, etwas dagegen zu tun. Mehr trainieren. Härter arbeiten. Sich wieder „in Form bringen“.

Natürlich darf Training fordern. Kraft aufzubauen und zu erhalten ist sinnvoll. Aber Stärke entsteht nicht nur dadurch, den Körper möglichst konsequent zu übergehen. Im Pilates interessiert mich deshalb nicht ausschließlich, wie viele Wiederholungen möglich sind.

Mich interessiert auch, wie eine Bewegung ausgeführt wird. Kann ich stabilisieren, ohne überall gleichzeitig festzuhalten? Kann ich Kraft einsetzen und trotzdem weiteratmen? Kann ich unterscheiden, wann mein Körper gefordert ist und wann etwas gerade nicht stimmig ist?

Diese Wahrnehmung ist kein Zeichen dafür, weniger zu leisten. Sie macht Bewegung differenzierter.

Manchmal braucht es keine Aktivität

Nicht jede Antwort auf Veränderung muss Bewegung sein. Manchmal möchten wir gerade nicht noch etwas tun. Dann kann Massage einen anderen Raum eröffnen.

Eine Zeit, in der der Körper nicht trainiert, korrigiert oder optimiert werden muss. Berührung kann helfen, Aufmerksamkeit wieder auf den eigenen Körper zu lenken. Bereiche wahrzunehmen, die im Alltag wenig Raum bekommen. Zur Ruhe zu kommen oder einfach für eine Weile nichts leisten zu müssen.

Massage behandelt dabei nicht „die Wechseljahre“ und sie verspricht auch nicht, hormonelle Veränderungen verschwinden zu lassen. Sie kann aber eine bewusste Auszeit sein in einer Lebensphase, in der der eigene Körper ohnehin viel Aufmerksamkeit fordert. Manchmal ist auch das wichtig.

Wenn sich nicht nur der Körper verändert

Die Wechseljahre fallen bei vielen Frauen in eine Lebensphase, in der ohnehin einiges in Bewegung ist. Berufliche Verantwortung kann sich verändern. Kinder werden selbstständiger. Eltern brauchen möglicherweise mehr Unterstützung. Partnerschaften verändern sich. Die eigene Rolle wird neu betrachtet. Und gleichzeitig verändert sich der Körper.

Nicht alles davon hängt unmittelbar mit den Wechseljahren zusammen. Aber vieles kann gleichzeitig stattfinden.

Dann geht es vielleicht nicht mehr nur um die Frage: Was passiert körperlich mit mir? Sondern auch: Wo stehe ich eigentlich gerade in meinem Leben?

Pantarei kann eine andere Ebene öffnen

Genau dort kann für mich der Pantarei Approach interessant werden. Nicht als Behandlung von Wechseljahresbeschwerden. Sondern als Möglichkeit, Veränderungen nicht ausschließlich über den Kopf zu betrachten.

Im Pantarei Approach verbinden sich Gespräch, Berührung, Bewegung und Körperwahrnehmung. Vielleicht beschäftigt dich, wie du deinen Körper gerade erlebst. Vielleicht verändert sich dein Selbstbild. Vielleicht gibt es eine Rolle, aus der du herausgewachsen bist, während noch nicht klar ist, was danach kommt. Oder du merkst einfach, dass vieles gleichzeitig in Bewegung ist.

Dann kann es hilfreich sein, nicht sofort eine Lösung finden zu müssen. Sondern zunächst wahrzunehmen: Was ist gerade da?

Nicht alles muss sofort besser werden

Wir leben in einer Zeit, in der für beinahe jede Veränderung sofort eine Strategie angeboten wird. Auch die Wechseljahre werden schnell zu einem Projekt. Ernährung optimieren. Training optimieren. Schlaf optimieren. Stress optimieren. Und möglichst dabei entspannt bleiben.

Natürlich gibt es Situationen, in denen Beschwerden medizinisch abgeklärt und behandelt werden sollten. Körperarbeit ersetzt keine medizinische Beratung oder Therapie.

Aber daneben darf es auch einen Raum geben, in dem nicht sofort alles gelöst werden muss. Einen Raum für Wahrnehmung. Für Fragen. Für Bewegung. Für Berührung. Oder für die Erkenntnis, dass der eigene Körper gerade andere Bedürfnisse hat als früher.

Was brauche ich heute?

Vielleicht ist genau diese Frage in den Wechseljahren interessanter als der Versuch, eine allgemeingültige Antwort zu finden.

  • Brauche ich heute Bewegung?
    Dann kann Pilates ein Weg sein, Kraft, Stabilität und Körperwahrnehmung miteinander zu verbinden.
  • Brauche ich Ruhe und Berührung?
    Dann kann Massage eine bewusste Auszeit schaffen.
  • Beschäftigt mich gerade etwas, das über körperliche Veränderungen hinausgeht
    Dann kann Pantarei Raum geben, auch den Körper in diesen persönlichen Prozess einzubeziehen.

Und manchmal lautet die Antwort vielleicht auch: Heute brauche ich gar nichts davon. Auch das darf sein.

Der eigene Körper ist kein früheres Modell von sich selbst

Vielleicht gehört zu dieser Lebensphase auch, eine vertraute Vorstellung ein Stück weit loszulassen. Der Körper von heute muss nicht genau so funktionieren wie der Körper von vor zehn Jahren.

Er muss nicht dieselbe Kraft haben. Nicht dieselben Bedürfnisse. Nicht dieselbe Belastbarkeit. Aber er ist auch nicht weniger wert, weil er sich verändert. Vielleicht geht es deshalb nicht darum, möglichst schnell wieder „die Alte“ zu werden. Vielleicht entsteht vielmehr die Möglichkeit, den eigenen Körper neu kennenzulernen. Mit dem, was sich verändert. Mit dem, was geblieben ist. Mit neuen Bedürfnissen.

Und mit Ressourcen, die vielleicht erst jetzt deutlicher werden.

Eine neue Beziehung zum eigenen Körper

Die Wechseljahre können herausfordernd sein. Sie können aber auch Fragen sichtbar machen, für die vorher wenig Raum war. Wie möchte ich mit meinem Körper umgehen? Wie viel Aufmerksamkeit schenke ich ihm? Wann höre ich hin? Und was bedeutet eigentlich Wohlbefinden für mich – heute?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Aber vielleicht muss es die auch nicht geben. Manchmal genügt es, wieder etwas genauer hinzuspüren. Nicht um den Körper sofort zu verändern. Sondern um wahrzunehmen, welcher Körper heute da ist.

Und zu fragen: Was würde mir gerade guttun?